Beholder 3
Leben und Überleben im Überwachungsstaat
Über das Spiel
1989 in der "Großanführerstadt". Frank Schwarz hat durch eine Intrige seinen hohen Posten im Ministerium verloren und muss als Strafe den Hausverwalter spielen. Doch neben Reparaturen und Rechnungen bleibt seine eigentliche Aufgabe: dem Ministerium Bericht erstatten über alles und jeden.
Im Mietshaus installierst du Kameras, durchsuchst Wohnungen, belauschst Gespräche und sammelst belastendes Material. Wer auffällt, wird verhaftet und verschwindet. Doch dann kommt Bewegung in die politische Landschaft: Verbote werden gelockert, Reformen angekündigt. Plötzlich gibt es Alternativen zur blinden Systemtreue.
Hardliner, Reformer oder Revolutionäre: Für wen arbeitest du wirklich? Und was bist du bereit zu opfern: deine Karriere, deine Familie oder dein Gewissen?
Gameplay
Beholder 3 ist eine Mischung aus Strategie, Simulation und narrativem Adventure. In der charakteristischen Scherenschnitt-Optik bewegst du dich durch Mietshaus und Ministerium:
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Überwachen: Installiere Kameras, spähe durchs Schlüsselloch, durchsuche Wohnungen
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Berichten: Erstelle Profile über deine Mitmenschen und melde Verstöße ans Ministerium
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Entscheiden: Unterstütze das System, arbeite für Reformen oder hilf dem Widerstand
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Balancieren: Halte deine Familie zusammen, während der Druck von allen Seiten steigt
Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Wer scheitert, riskiert nicht nur die Karriere: Plötzlich verliert die Ehefrau ihren Job, der Sohn gerät in einen Unfall, oder Frank selbst verschwindet. Das Spiel zeigt schonungslos die Grenzen individuellen Handelns in autoritären Systemen.
Bildung & Einsatz
Beholder 3 ist der dritte Teil einer weltweit erfolgreichen Spielreihe, die sich hunderttausendfach verkauft hat. Mit seiner bedrückenden Atmosphäre und seinem dunklen Humor bietet das Spiel einen einzigartigen Zugang zum Thema Überwachung und Autoritarismus: emotional packend und intellektuell fordernd.
Von den deutschen Namen über die Berliner Schnauze bis zur Blümchentapete erinnert die fiktive "Größte Union" an die DDR. Das Spiel spielt mit historischen Bezügen wie der Reisefreigabe und dem Besuch aus dem Westen, ohne eine direkte Nacherzählung zu sein.
Lernziele
Spieler:innen setzen sich aktiv mit zentralen Fragen auseinander:
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Überwachung und Kontrolle: Wie wirkt sich staatliche Überwachung auf Beobachtende und Beobachtete aus?
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Mitläufertum und Widerstand: Welche Handlungsspielräume bleiben in autoritären Systemen?
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Moral unter Druck: Wie trifft man Entscheidungen, wenn jede Option Verlust bedeutet?
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Zivilcourage: Was riskiert man für andere, wenn man selbst bedroht ist?
Das Spiel macht abstrakte politische Konzepte greifbar und regt zur Reflexion über Privatsphäre, Macht und die Rolle des Individuums an.
Einsatzbereiche
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Geschichte: Kalter Krieg, DDR, Überwachungsstaaten
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Politik / Gemeinschaftskunde: Autoritäre Systeme, Demokratie und Diktatur, Menschenrechte
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Ethik / Philosophie: Moralische Dilemmata, Verantwortung, Zivilcourage
- Sozialwissenschaften: Soziale Kontrolle, individuelle Freiheit, Konformitätsdruck
Zielgruppe
Hinweis zu sensiblen Inhalten
Auszeichnungen & Presse
Von der Bundeszentrale für politische Bildung als Game zur politischen Bildung empfohlen
Das Spiel stellt uns vor viele Herausforderungen, die Konflikte zwischen Mitläufertum und Widerstand thematisieren. Am Ende wird es nicht möglich sein, Karriere, Reform des Staates und Freiheit für uns und unsere Familie zu vereinen.